Nach dem befreienden 35:30 gegen Bielefeld wartet in der Geestlandhalle der VfL Fredenbeck, ein Gegner, der in dieser Saison schon mehrfach gezeigt hat, wie unangenehm er sein kann. Für die Mannschaft von Lars Lehnhoff und Torge Johannsen geht es darum, den Schwung aus dem Heimsieg mitzunehmen.

Mit 8:6 Punkten liegt der TuS auf Rang sieben, der Rückstand auf Platz zwei beträgt nur zwei Zähler. Ein Erfolg in Fredenbeck wäre der nächste Schritt in Richtung Spitzengruppe.

Der Sieg gegen Bielefeld als Startsignal

Nach zwei Niederlagen in Folge war der Druck vor dem Heimspiel gegen Bielefeld spürbar. Umso überzeugender fiel die Antwort aus. Gegen den Tabellenzweiten zeigte der TuS genau die Leistung über 60 Minuten, die zuvor gefehlt hatte. Nach dem 18:13 zur Pause zog Vinnhorst bis zur 41. Minute auf 27:18 davon und brachte den Erfolg sicher nach Hause. Eine aufmerksame Abwehr, ein starker Nikolay Petrov im Tor und eine verbesserte Chancenverwertung legten den Grundstein. Fynn Hermeling krönte seinen Auftritt mit acht Toren und der Auszeichnung zum Spieler des Spiels.

Nach dem Abpfiff war die Freude entsprechend groß. „Ich glaube, alle hatten Spaß am Gewinnen, und so soll es weitergehen“, sagte Lars Lehnhoff. Guido Stannek machte zugleich deutlich, dass es nun gelte, „diese Leistung auch zu verstetigen“. Fredenbeck ist dafür der erste Prüfstein, zumal der TuS nach den Niederlagen in Anderten und Loxten auch in der Fremde wieder punkten will.

VfL Fredenbeck: Mit Selbstvertrauen ins zweite Jahr

Der VfL Fredenbeck hat in der vergangenen Saison eindrucksvoll gezeigt, was in ihm steckt. Als Aufsteiger mit dem Ziel Klassenerhalt gestartet, beendete der Traditionsverein von der Geest, der 1988 den Sprung in die Bundesliga geschafft hatte, die Spielzeit mit 32:28 Punkten auf Rang sechs. Entsprechend selbstbewusst sind die Ziele für die neue Saison: Platz sechs soll erneut her, gern auch ein wenig mehr. An der Seitenlinie steht weiterhin Matthias Steinkamp, dessen Vertrag im Sommer vorzeitig bis 2029 verlängert wurde.

Neue Optionen im Rückraum

Um diesen Anspruch zu untermauern, hat der VfL vor allem im Rückraum nachgelegt. Mit Jonas Gerkens kam einer der torgefährlichsten Rückraumspieler der Regionalliga, der in der vergangenen Saison 135 Treffer für den SV Beckdorf erzielte und auch in der Abwehr zupacken kann. Dazu gesellen sich der 2,05 Meter große Noah Schwenke vom TSV Altenholz, der mit seiner Wurfkraft für einfache Tore sorgen soll, und Ben Levermann, der beim HSV Hamburg bereits erste Bundesliga-Minuten sammelte. Als weiteren Neuzugang betrachtet der VfL Linkshänder Malte Hagedorn, der die komplette vergangene Saison verletzt verpasst hatte. Zwischen die Pfosten ist zudem Teo Meštrović nach seiner Station beim Oranienburger HC zurückgekehrt, während Lauro Strothmann den Verein in Richtung TSV Altenholz verlassen hat.

Das Gerüst der Mannschaft ist geblieben. Auf den Außenpositionen haben Daniel Polák, Michel Sumfleth, Timo Backofen, Tarek Wafdi und Jan Möller ihre Verträge ebenso verlängert wie die Kreisläufer Jakob Ritscher, Michel Brassait und Nick Heinsohn. Ganz reibungslos verlief der Saisonstart personell dennoch nicht. Vor allem im Rückraum fehlten zeitweise mehrere Spieler, darunter Hagedorn und Levermann. Gegen Spenge musste Steinkamp improvisieren und schickte Sumfleth, eigentlich auf Linksaußen zu Hause, als Spielmacher aufs Feld.

Starke Phasen, knappe Niederlagen

Mit 6:8 Punkten ist der VfL noch nicht ganz dort, wo er hinwill. Die Bilanz erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte. Zum Auftakt gewann Fredenbeck deutlich mit 34:22 beim OHV Aurich, später folgten ein knapper 29:28-Heimsieg gegen die MT Melsungen II und zuletzt ein souveränes 33:25 beim MTV Großenheidorn. Neben den Niederlagen gegen den Wilhelmshavener HV (20:26) und in Bielefeld (27:36) verlor der VfL zweimal mit nur einem Tor Differenz, beim HC Eintracht Hildesheim und gegen den Tabellenführer TuS Spenge, jeweils mit 30:31.

Gerade die Partie gegen Spenge hat gezeigt, wozu die Mannschaft in eigener Halle fähig ist. Vor rund 800 Zuschauern führte der VfL nach zehn Minuten mit 8:1 und zur Pause mit 19:14. Am Ende drehte der Spitzenreiter die Partie doch noch und lag erst mit dem entscheidenden Treffer zum 31:30 erstmals vorn.

Achtung vor der Flügelzange Reiners/Backofen

Wie gefährlich Fredenbeck über die Flügel ist, bekam Anfang Oktober der TuS Spenge zu spüren. Laurenz Reiners traf von Linksaußen achtmal, Timo Backofen auf der rechten Seite siebenmal. Aus dem Rückraum sorgt vor allem Pelle Fick verlässlich für Torgefahr, am Kreis war Michel Brassait in Bielefeld fünfmal erfolgreich. Vom Siebenmeterpunkt übernimmt Daniel Polák die Verantwortung. Im Tor hat Rückkehrer Teo Meštrović bereits bewiesen, dass er einem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann. Gegen Spenge war er einer der Garanten für die starke erste Halbzeit.

Die Anfangsphase als Schlüssel

Daraus ergibt sich für den TuS eine klare Marschroute. Fredenbeck kommt mit viel Tempo und Wucht aus der Kabine, wie das 8:1 gegen Spenge und das 9:2 nach 13 Minuten in Großenheidorn belegen. Wer in der Geestlandhalle die Anfangsphase verschläft, läuft schnell einem Rückstand hinterher und hat zusätzlich das Publikum gegen sich. Umso wichtiger ist es, von der ersten Minute an konzentriert zu verteidigen, die Außen eng zu nehmen und dem VfL keine einfachen Tore zu ermöglichen.

Gelingt das, spricht einiges für den TuS. Die Niederlage gegen Spenge hat gezeigt, dass Fredenbeck sein hohes Niveau nicht über 60 Minuten halten konnte. Das weiß man auch beim VfL, der als Ziel ausgegeben hat, seine Leistung diesmal konsequent über die volle Spielzeit abzurufen. Geduld im Angriff und Konzentration bis zum Schlusspfiff, also genau die Tugenden, die gegen Bielefeld den Unterschied machten, werden deshalb auch in Fredenbeck gefragt sein. Einstellen muss sich die Vinnhorster Abwehr zudem auf den siebten Feldspieler, den Steinkamp gegen offensive Deckungen mit zwei Kreisläufern einsetzt.

Die Bilanz aus der Vorsaison macht Mut. Beide Duelle gingen deutlich an den TuS, 35:23 im VinnDome und 39:30 in Fredenbeck. Der Beinahe-Coup gegen Spenge ist allerdings Warnung genug, den VfL keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen.

Lehnhoff: „Fredenbeck ist eine starke Mannschaft“

Lars Lehnhoff hat großen Respekt vor dem Gegner, gibt aber zugleich ein klares Ziel aus: „Fredenbeck ist eine starke Mannschaft, die schon im vergangenen Jahr eine sehr gute erste Saison nach dem Aufstieg gespielt hat. Die Mannschaft hat sich noch einmal verstärkt und ist vor allem körperlich noch stärker geworden. In letzter Zeit hat sie sehr gute Ergebnisse erzielt und gegen Spenge nur ganz knapp und unglücklich verloren. Natürlich ist es unser Ziel, dorthin zu fahren und zwei Punkte zu holen.“

Anwurf um 19:30 Uhr in Fredenbeck

Angepfiffen wird die Partie zwischen dem VfL Fredenbeck und dem TuS Vinnhorst am Samstag, 17. Oktober 2026, um 19:30 Uhr in der Geestlandhalle. Tickets gibt es im Online-Ticketshop des VfL Fredenbeck und an der Abendkasse. Wer den TuS nicht vor Ort unterstützen kann, ist auf SportEurope.TV im Livestream dabei.

TuS Vinnhorst
Audio Interview vom 13.10.2026 bei Radio Hannover Lars Lehnhoff & Guido Stannek bei Radio Hannover
0:00 4:15

Am 13.10.2026 waren Trainer Lars Lehnhoff und unser sportlicher Leiter bei unserm Medienpartner Radio Hannover zu Gast.

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NÄCHSTES HEIMSPIEL

3. Liga Nord/West 31. Oktober 2026 - 19:00
VinnDome

Venue

VinnDome

Details

Datum Zeit Liga Saison
31. Oktober 2026 19:00 3. Liga Nord/West 2026/2027