Sechs Tage nach dem Heimsieg gegen den OHV Aurich steht für den TuS Vinnhorst bereits das nächste Heimspiel an. Am Freitag ist die HSG Varel im VinnDome zu Gast, Anwurf ist um 20:00 Uhr.

Der TuS geht mit 6:2 Punkten als Tabellendritter in die Partie, die HSG belegt mit 3:5 Punkten den zwölften Rang.

Mit dem Schwung aus dem Heimsieg

Mit dem 32:30 gegen den OHV Aurich hat der TuS Vinnhorst eine Woche nach der Niederlage beim TSV Anderten wieder zwei Punkte geholt. Die Mannschaft von Lars Lehnhoff und Torge Johannsen bestimmte die Partie über weite Strecken, führte zur Pause mit 16:9 und kurz nach dem Seitenwechsel mit 19:10. Anschließend ließ die Konsequenz im Abschluss nach, technische Fehler kamen hinzu, und Aurich verkürzte bis zum Schlusspfiff auf zwei Tore. Ein ähnliches Muster hatte sich bereits in Anderten gezeigt, wo der TuS nach einer 17:15-Halbzeitführung mit 34:41 unterlag.

Gegen Varel will die Mannschaft den Schwung aus dem Heimsieg mitnehmen und ihre Leistung über die volle Spielzeit abrufen. Dafür muss der TuS von Beginn an hellwach sein. Schwächephasen wie zuletzt in Anderten und – ohne Folgen für das Ergebnis – auch gegen Aurich darf er sich nicht erlauben.

Lars Lehnhoff sagt vor der Partie: „Wir freuen uns sehr aufs Spiel, und unser Ziel sind natürlich zwei Punkte. Wir müssen einfach den nächsten Schritt machen. Wir müssen in jeder Situation konsequenter sein, in der Abwehr und im Angriff, über das ganze Spiel. Das ist das große Ziel.“

HSG Varel: Umbruch nach dem ersten Jahr in der 3. Liga

Die HSG Varel geht in ihre zweite Saison seit dem Aufstieg in die 3. Liga. Nach dem Titelgewinn in der Regionalliga sicherte sich die Mannschaft von Trainer Arek Blacha in der vergangenen Spielzeit den Klassenerhalt bereits drei Spieltage vor Saisonende.

Im Sommer folgte ein umfassender Umbruch. Zehn Spieler verließen den Verein, darunter zahlreiche erfahrene Kräfte. Kapitän Kevin Langer, Abwehrchef Luca de Boer, Torhüter Hendrik Osterthun, Jan Derk Janßen, Kai Schildknecht und Tobias Schwolow beendeten ihre Karriere. Spielmacher Mohamad Sibahi steht aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung, Evgeny Vorontsov kehrte zum OHV Aurich zurück.

Hinter dem Umbruch steht eine bewusste Neuausrichtung. Die HSG will den Trainingsumfang erhöhen. Dafür setzt sie auf einen deutlich verjüngten Kader, der über mehrere Spielzeiten zusammenwachsen soll.

Neun Neuzugänge und ein fester Kern bei den Gästen

Den Abgängen stehen neun Neuzugänge gegenüber. Für die Mitte verpflichtete die HSG den 22-jährigen dänischen Spielmacher Oskar Jakobsen Egsgaard. Er kam vom SV Anhalt Bernburg, nachdem er für Grindsted GIF in Dänemark gespielt hatte. Vom TV Emsdetten, dem Staffelmeister der Vorsaison, wechselte der ebenfalls 22-jährige Brent Riksten in den Vareler Rückraum. Der frühere niederländische Junioren-Nationalspieler war vor seiner Zeit in Emsdetten für Hurry-Up in der höchsten Spielklasse der Niederlande aktiv.

Am Kreis verstärkte sich die HSG mit dem 19-jährigen Till Braren, der zuletzt für die Füchse Berlin II in der 3. Liga Nord/Ost spielte. Auf Rechtsaußen kam Marc Heelis vom TV Cloppenburg. Im Tor ergänzt Moritz Schröder, der aus der Jugend des HC Bremen stammt, das Gespann um Frederick Lüpke. Mit Silas Fink, Jannik Bruhnken und Torhüter Felix Legermann rückten zudem drei Spieler aus den eigenen Reihen fest in den Kader auf.

Auf mehreren Schlüsselpositionen hat die HSG Kontinuität gewahrt. Joel Hoppe und Noah Duris verlängerten ihre Verträge bis 2028. Auch Nicholas Beck, Joost Sanders und Niklas Bachmann gehören weiterhin zum Aufgebot. Frederick Lüpke geht in seine vierte Saison bei der HSG.

Wiedersehen mit Filip Dominikovic

Im Aufgebot der HSG steht ein Spieler, der im VinnDome kein Unbekannter ist. Filip Dominikovic trug in der Saison 2024/2025 das Trikot des TuS Vinnhorst und sammelte dabei bereits in seinem ersten A-Jugend-Jahr Erfahrung in der 3. Liga. Seine Ausbildung erhielt der 1,97 Meter große Linkshänder beim TSV Hannover-Burgdorf. Nach seiner Zeit beim TuS wechselte er zu den Füchsen Berlin und erreichte mit deren A-Jugend das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. In Varel bildet der 19-jährige kroatische Junioren-Nationalspieler gemeinsam mit Nicholas Beck die rechte Rückraumseite. Eine Verbindung zur HSG hat auch Dominik Kalafut, der das Handballspielen in Varel erlernte.

Knappe Spiele und eine späte Aufholjagd für die HSG Varel

Die bisherigen vier Partien zeigen eine Mannschaft, die trotz des Umbruchs in jedem Spiel konkurrenzfähig war. Zum Auftakt unterlag die HSG bei der MT Melsungen II mit 31:35, nachdem sie früh mit 4:1 geführt hatte. Im ersten Heimspiel lag Varel gegen den HC Eintracht Hildesheim, einen der Favoriten der Staffel, zur Pause mit 16:15 und in der 39. Minute mit 22:19 vorn. Danach kam Hildesheim zurück und gewann mit 34:29.

Den ersten Saisonsieg feierte die HSG mit einem 37:31 gegen den Aufsteiger MTV Großenheidorn. Am vergangenen Samstag folgte das 29:29 gegen die ebenfalls aufgestiegenen Sportfreunde Loxten. Neun Minuten vor dem Ende lag Varel dabei mit 24:28 zurück und drehte die Partie mit fünf Toren in Folge zum 29:28. In der Schlussminute gelang Loxten noch der Ausgleich.

HSG-Schlüsselspieler: Hoppe und Beck prägen den Rückraum

Die größte Torgefahr geht bei der HSG vom Rückraum aus. Joel Hoppe zählte bereits in der vergangenen Saison zu den treffsichersten Spielern der Mannschaft und erzielte beim Duell in Varel im März zehn Tore gegen den TuS. Beim 29:29 gegen Loxten traf er neunmal, fünf dieser Treffer gelangen ihm in den ersten sieben Minuten. Auf der rechten Seite ist Linkshänder Nicholas Beck die zweite zentrale Figur im Angriff. In der Schlussphase derselben Partie erzielte er den Anschluss zum 27:28 und den Ausgleich zum 28:28.

Zudem haben sich mehrere Neuzugänge schnell etabliert. Till Braren war zum Saisonauftakt bei der MT Melsungen II mit sieben Toren bester Vareler Werfer, Marc Heelis traf gegen Großenheidorn ebenfalls siebenmal. Im Tor ist Frederick Lüpke der erfahrene Rückhalt einer jungen Mannschaft. Beim ersten Saisonsieg legte er mit seinen Paraden in der zweiten Halbzeit die Grundlage für den entscheidenden Vorsprung.

Konzentration über 60 Minuten

Die ersten Spieltage zeichnen ein klares Bild der HSG Varel. Die Mannschaft spielt mit hohem Tempo und viel Energie. Partien gibt sie auch nach deutlichen Rückständen nicht verloren. Die Aufholjagd gegen Loxten hat gezeigt, dass gegen diesen Gegner eine Führung allein nicht ausreicht.

Darin liegt die zentrale Aufgabe für den TuS Vinnhorst. Gefordert ist eine Mannschaft, die von der ersten Minute an präsent ist. Sie muss den Vareler Rückraum um Joel Hoppe früh unter Kontrolle bringen und ihre Konzentration über die gesamte Spielzeit halten. Gerade in den Phasen, in denen der TuS zuletzt nachgelassen hat, wird die HSG ansetzen. Ebenso wichtig ist die Chancenverwertung, denn klare Abschlüsse und wenige technische Fehler nehmen dem Gegner die Möglichkeit, sich in die Partie hineinzuarbeiten.

Unterschätzen darf der TuS die HSG deshalb nicht. In der vergangenen Saison entschied er zwar beide Duelle für sich, im VinnDome mit 32:21 und in Varel mit 38:29. Angesichts des Umbruchs haben diese Ergebnisse jedoch wenig Aussagekraft, denn von der damaligen Vareler Mannschaft ist nur ein Teil geblieben.

Jonas Gertges richtet den Blick auf die eigene Leistung: „Wir wollen am Freitag die nächsten zwei Punkte klarmachen, um weiter in Fahrt zu kommen. In jedem Spiel haben wir bisher stark angefangen, dann wurden wir allerdings häufig unkonzentriert und haben daher in Anderten deutlich verloren und gegen Aurich nur knapp gewonnen. Das wollen wir nun unbedingt besser machen und über 60 Minuten unsere Qualitäten zeigen.“

Tickets & Livestream

Anwurf im VinnDome ist am Freitag, 25. September 2026, um 20:00 Uhr. Der Einlass erfolgt 60 Minuten vor Spielbeginn. Tickets sind hier über die offizielle Website erhältlichTickets sind hier über die offizielle Website erhältlich, die Partie wird zudem auf SportEurope.TV im Livestream übertragen.