Der TuS Vinnhorst hat im Topspiel der 3. Liga Nord/West einen Rückstand aus der ersten Halbzeit noch in einen Sieg verwandelt. Gegen das Team HandbALL Lippe II, die U23 des Bundesligisten TBV Lemgo, setzte sich die Mannschaft von Lars Lehnhoff und Torge Johannsen am Samstagabend im VinnDome mit 40:37 (19:21) durch und feierte damit den vierten Erfolg in Serie. Leicht gemacht haben es die Gäste dem TuS dabei zu keinem Zeitpunkt.

Lippe II bestimmt die erste Halbzeit

Von der Souveränität der jüngsten Wochen war in den ersten dreißig Minuten wenig zu sehen. Die Gäste legten vor, trafen aus allen Lagen und zwangen den TuS früh zu einer Auszeit. Im Angriff schlichen sich bei den Gastgebern technische Fehler ein, in der Deckung fand Lippe II immer wieder Lücken – bis zur 17. Minute war der Rückstand auf sechs Tore angewachsen. Danach stellte Lars Lehnhoff um, und Vinnhorst kam über eine stabilere Abwehrarbeit bis auf zwei Treffer heran. Die Gäste blieben jedoch eiskalt und bauten ihren Vorsprung bis zur 25. Minute noch einmal auf fünf Tore aus. Dass es mit einem 19:21 in die Kabinen ging, war angesichts des Spielverlaufs ein ordentliches Zwischenergebnis.
„Meine Mannschaft hat zwei verschiedene Halbzeiten gespielt: In der ersten Halbzeit haben wir nicht ganz so viele Zugriffe gefunden und sind die Situationen nicht mit hundert Prozent angegangen“, bilanzierte Lars Lehnhoff später.

Niko Petrov gibt der Abwehr den nötigen Halt

Nach dem Seitenwechsel war eine andere Mannschaft auf dem Feld. Der TuS ging deutlich energischer in die Zweikämpfe, und im Rücken der Deckung zeigte Niko Petrov eine überragende Leistung. Seine Paraden waren der Ausgangspunkt für mehrere schnelle Angriffe und gaben dem gesamten Team die Sicherheit zurück, die in Durchgang eins gefehlt hatte. Getragen von den Rängen arbeitete sich Vinnhorst Treffer für Treffer heran, bis Dominik Kalafut in der 37. Minute zum Ausgleich traf.

Dominik Kalafut sah den Schlüssel zur Wende in der Defensive: „Wir konnten die Abwehr stabilisieren und haben ein bisschen aggressiver gespielt, dadurch konnten wir dem Torwart etwas mehr helfen.“

Jonas Gertges bringt den TuS erstmals in Führung

Lippe II ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken und blieb bis in die 43. Minute vorn. Dann drehte Jonas Gertges die Partie mit dem 28:27 – die erste Führung des Abends für den TuS überhaupt. Maurice Lungela legte unmittelbar nach, und die Gäste reagierten mit einer Auszeit. Den Schwung nahm Vinnhorst mit: Dominik Kalafut zauberte am Kreis und erhöhte binnen einer Minute auf 33:30, ehe Mathieu Fenyö in der 57. Minute auf vier Tore stellte.

Fynn Hermeling und Renke Rohrweber bringen den Sieg nach Hause

Entschieden war die Partie damit noch nicht. Lippe II verkürzte in der Schlussphase noch einmal auf zwei Treffer, doch der TuS behielt die Nerven. Fynn Hermeling und Renke Rohrweber trafen sicher und stellten den alten Abstand wieder her. Am Ende stand ein hart erkämpfter, nach dieser zweiten Halbzeit aber hochverdienter 40:37-Erfolg, den Spieler und Fans gemeinsam feierten.

„Wir sind natürlich sehr zufrieden, dass wir heute die zwei Punkte gegen Lemgo geholt haben. Lemgo hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, ordnete Lars Lehnhoff den Abend ein. „In der zweiten Halbzeit haben wir es deutlich besser gemacht – in der Abwehr, aber auch im Angriff. Am Ende denke ich, dass wir das Spiel verdient gewonnen haben.“

Zehn Treffer von Fynn Hermeling

Getragen wurde der Sieg von einem starken Innenblock und einer treffsicheren Offensive. Fynn Hermeling war mit zehn Toren der erfolgreichste Werfer der Partie, Renke Rohrweber kam auf neun Treffer. Dominik Kalafut steuerte acht Tore bei und war damit am Kreis kaum zu stoppen, allein sieben davon nach dem Seitenwechsel. Bei den Gästen überzeugte vor allem Marco Bilanzola mit neun Treffern.

Jede Menge zu tun hatte an diesem Abend auch Vinnhorsts Hallensprecher: 77 Tore in 60 Minuten bedeuten im Schnitt 1,28 Treffer pro Minute, die anzusagen waren.

Dass dieser Erfolg in einer alles andere als einfachen Woche zustande kam, hob Dominik Kalafut hervor: „Es war eine relativ schwierige Woche für uns. Wir haben ein paar angeschlagene Spieler und konnten krankheitsbedingt nur schwer trainieren. Umso wichtiger ist der Sieg heute gegen einen richtig guten Gegner – gegen junge Spieler, die sehr gut ausgebildet sind.“

Die Rote Wand macht einmal mehr den Unterschied

Ein großer Anteil an dieser Aufholjagd gebührt den Rängen. Die Rote Wand ist immer da und leistet Woche für Woche einen unglaublichen Job – an diesem Abend sorgte sie vor allem in der zweiten Halbzeit für eine Lautstärke, die den TuS durch die entscheidenden Minuten trug. Den Dank dafür richteten die Protagonisten nach dem Schlusspfiff direkt an die Tribüne. „Ich bin sehr glücklich, dass die zwei Punkte zu Hause bleiben“, sagte Niko Petrov. „Ich glaube, wir haben in der ersten Halbzeit nicht so gut angefangen, aber in der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut in der Abwehr gespielt und sehr gut gekämpft. Im Angriff hatten wir eine gute Effektivität, und am Ende steht der Sieg. Vielen Dank noch einmal für Eure Unterstützung.“

Auch Dominik Kalafut sah die Fans als Teil der Wende: „Es war eine sehr schwierige erste Halbzeit, und ich denke, dass wir es auch den Fans zu verdanken haben, dass wir in der zweiten Halbzeit zurückgekommen sind.“

Ein anspruchsvoller November steht bevor

Nach einer spielfreien Woche wartet ein Monat, der es in sich hat. Den Auftakt macht am Samstag, 14. November 2026, das Auswärtsspiel beim noch verlustpunktfreien Spitzenreiter TuS Spenge, angeworfen wird um 19:15 Uhr. Dominik Kalafut blickt dem bereits mit Vorfreude entgegen: „Jetzt haben wir eine Woche Pause, und dann spielen wir gegen Spenge. Das wird ein schönes Spiel.“

Sechs Tage später kehrt der TuS in den VinnDome zurück, wenn am 20. November der HC Eintracht Hildesheim zu Gast ist. Am ungewohnten Mittwoch, dem 25. November, führt die Reise nach Hagen, ehe zum Monatsabschluss am 28. November mit dem MTV Großenheidorn das nächste Derby am Kanal ansteht. Die Nachfrage nach Tickets für die beiden Heimspiele ist bereits groß – der Vorverkauf läuft über den Onlineshop unter www.tusvinnhorst.com/tickets.