Am Samstag, 3. Oktober 2026, um 19:00 Uhr bestreitet der TuS Vinnhorst sein sechstes Saisonspiel in der 3. Liga Nord/West.
In der Versmolder Sparkassen-Arena trifft die Mannschaft von Lars Lehnhoff und Torge Johannsen auf den Aufsteiger Sportfreunde Loxten. Dort hat sie die erste Gelegenheit, auf die knappe Heimniederlage gegen die HSG Varel zu reagieren.
Der TuS geht mit 6:4 Punkten als Tabellenfünfter in die Partie, die Gastgeber stehen nach fünf Spielen bei 5:5 Zählern.
Lehren aus dem bitteren Ende gegen Varel
Das 28:29 gegen Varel war am vergangenen Freitag die zweite Saisonniederlage, und sie fiel besonders bitter aus. Nach dem 15:16 zur Pause setzte sich die HSG bis zur 37. Minute auf 21:17 ab. Vinnhorst kämpfte sich zurück, glich in der 49. Minute zum 25:25 aus und ging in der Schlussphase mit 28:27 in Führung. Mit der Schlusssirene gelang den Gästen jedoch noch der Siegtreffer.
Damit zieht sich ein Muster durch die bisherige Saison. In Anderten gab der TuS eine Halbzeitführung aus der Hand. Gegen Aurich wurde aus einem Neun-Tore-Vorsprung noch eine knappe Partie, und gegen Varel lief die Mannschaft nach dem Seitenwechsel lange einem Rückstand hinterher. Solche Phasen soll es in Versmold nicht geben. Dafür muss der TuS von Beginn an hellwach sein und seine Leistung über die volle Spielzeit abrufen.
Derzeit liegt der TuS vier Zähler hinter dem Spitzenreiter TuS Spenge und zwei hinter der TSG A-H Bielefeld, die eine Woche später zum Spitzenspiel im VinnDome erwartet wird.
Sportchef Guido Stannek zieht eine natürlich nicht zufriedenstellende Zwischenbilanz: „Nach fünf Spielen können wir mit sechs Punkten und zwei Niederlagen sicherlich nicht zufrieden sein. Wir haben bereits gezeigt, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt, gleichzeitig aber auch gesehen, dass wir uns in dieser ausgeglichenen Liga keine Phasen erlauben können, in denen wir nicht konsequent genug auftreten. Gerade die knappe Niederlage gegen Varel hat uns gezeigt, dass wir unsere Fehler in den Griff bekommen müssen. Damit meine ich ausdrücklich unseren Angriff und die Abwehr. Trainer und Mannschaft drehen bereits an den richtigen Stellschrauben und deshalb bin ich auch positiv gestimmt, dass wir wieder mit dem Selbstverständnis der ersten Spiele in Loxten auftreten. Dann werden wir auch wieder über 60 Minuten konzentriert, konsequent und mit voller Intensität zu Werke gehen.“
Sportfreunde Loxten: Premiere in der 3. Liga
Die Sportfreunde bestreiten die erste Drittligasaison ihrer Vereinsgeschichte. Der Verein aus dem Versmolder Stadtteil Loxten gewann in der vergangenen Spielzeit mit 47:5 Punkten souverän die Meisterschaft in der Regionalliga Westfalen und stieg damit auf.
Nach dem Titelgewinn gab es einen Trainerwechsel. Aufstiegstrainer Thomas Lay legte eine Pause vom Leistungshandball ein, Nachfolger ist Tobias Fröbel. Der neue Cheftrainer betreute bis 2025 die Reserve der TSG Altenhagen-Heepen und kennt die 3. Liga aus seiner Zeit als Spieler und Co-Trainer. Als Saisonziel haben die Sportfreunde den Klassenerhalt ausgegeben.
Sechs Neuzugänge und der Kern der Meistermannschaft
Nach dem Aufstieg hat Loxten das Aufgebot auf sechs Positionen verändert. Neu im Tor ist Jan Wesemann. Er kam vom HC Eintracht Hildesheim und hatte zuvor beim ASV Hamm-Westfalen den Sprung in den Profibereich geschafft. Ergänzt wird er von Fabian Stroth, der wie Rechtsaußen Niklas Dreazzani vom Regionalligisten TG Hörste wechselte. Für den Rückraum verpflichteten die Sportfreunde Simon Strakeljahn von der TSG A-H Bielefeld, der von 2018 bis 2021 zum Bundesligakader von GWD Minden gehörte. Am Kreis kam der 20-jährige Max Potgeter von der HSG Nordhorn-Lingen hinzu. Für Linksaußen holte Loxten Finn Gernus, der im Nachwuchs des TSV Hannover-Burgdorf ausgebildet wurde.
Verlassen hat die Mannschaft unter anderem Torhüter Marco Possehl, der nach 15 Jahren im Loxtener Tor seine Laufbahn beendete. Rechtsaußen Moritz Möllmann gehört nicht mehr zum Drittligakader.
Geblieben ist der Kern der Meistermannschaft, darunter die Rückraumspieler Aaron von Ameln, Alexej Demerza und Florian Schöße sowie Rechtsaußen Nils Patzelt. Verzichten muss Loxten derzeit allerdings auf zwei wichtige Spieler. Julian Possehl, der zuvor 13 Jahre in der Bundesliga und der 2. Bundesliga spielte, fällt mit einer Schulterverletzung mindestens bis zum Jahresende aus. Kreisläufer Jannis Louis zog sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zu und fehlt mehrere Wochen.
Ausgeglichene Bilanz für den Aufsteiger
Loxten hat einen Saisonstart mit Höhen und Tiefen hinter sich. Zum Auftakt unterlagen die Sportfreunde beim Team HandbALL Lippe II mit 33:35. Mit einem 38:33 gegen die MT Melsungen II gelang danach der erste Sieg in der 3. Liga. Gegen den TuS Spenge verlor Loxten in eigener Halle mit 30:36. Es folgten ein 29:29 bei der HSG Varel, wo Loxten neun Minuten vor dem Ende noch mit 28:24 geführt hatte, und am vergangenen Samstag ein 32:26-Auswärtssieg beim MTV Großenheidorn. Mit durchschnittlich mehr als 32 Toren pro Spiel stellt der Aufsteiger einen torgefährlichen Angriff.
Loxten-Schlüsselspieler: Von Ameln und Demerza als Torgaranten
Die meisten Tore erzielt Loxten aus dem Rückraum. Aaron von Ameln auf der rechten und der zweitligaerfahrene Alexej Demerza auf der linken Seite kamen in den ersten vier Saisonspielen zusammen auf 48 Treffer. In der Mitte lenkt Florian Schöße das Spiel und tritt zudem vom Siebenmeterpunkt an. Eine weitere Option ist Simon Strakeljahn, der Bundesligaerfahrung mitbringt.
Im Tor ist Jan Wesemann ein starker Rückhalt. Beim Auswärtssieg in Großenheidorn kam er auf 19 Paraden und hatte damit großen Anteil am Erfolg.
Konsequenz von der ersten Minute an
In der Sparkassen-Arena kann sich Loxten auf große und lautstarke Unterstützung verlassen. Der TuS muss die Partie deshalb von der ersten Minute an annehmen und darf dem Aufsteiger keine Phase überlassen, in der sich Spiel und Stimmung zu dessen Gunsten entwickeln.
Im Mittelpunkt steht die Abwehrarbeit gegen Aaron von Ameln und Alexej Demerza. Gelingt es, dieses Duo früh unter Kontrolle zu bringen, wird es für Loxten schwer, zumal mit Jannis Louis eine wichtige Anspielstation am Kreis fehlt. Ebenso entscheidend ist die Chancenverwertung. Gegen einen Torhüter wie Jan Wesemann sind klare Abschlüsse gefragt, gerade in engen Spielphasen.
Dass Loxten Führungen noch aus der Hand geben kann, hat das 29:29 in Varel gezeigt, wo ein Vier-Tore-Vorsprung in den letzten neun Minuten verloren ging. Unterschätzen darf der TuS den Aufsteiger dennoch keinesfalls. Aus den vergangenen beiden Spielen holte Loxten drei Punkte und geht mit Rückenwind in die Partie.
Johannsen: „Wir müssen uns auf uns fokussieren“
Torge Johannsen zollt dem Aufsteiger Respekt und richtet den Blick zugleich auf die eigene Mannschaft: „Da erwartet uns auf jeden Fall ein qualitativ sehr guter Gegner. Für einen Aufsteiger, muss man sagen, haben sie wirklich eine gute Mannschaft mit ordentlich Qualität im Rückraum, gerade im Wurf. Wir freuen uns jetzt auf die Aufgabe und darauf, die letzte Niederlage wieder wettmachen zu können. Wir müssen uns auf uns fokussieren, auch im Abschluss wieder mehr Sicherheit finden und dann wieder dahin kommen, das Spiel positiv zu gestalten.“
Stannek: „Natürlich wollen wir die beiden Punkte mit nach Vinnhorst nehmen“
Für das Spiel bei den Sportfreunden gibt Guido Stannek die Richtung vor: „Mit Loxten erwartet uns eine Mannschaft, die zuletzt gute Ergebnisse erzielt hat und gerade in eigener Halle sehr unangenehm zu spielen ist. Wir wissen deshalb, dass uns dort eine anspruchsvolle Aufgabe erwartet. Trotzdem fahren wir mit einem klaren Ziel nach Loxten: Wir wollen die beiden Punkte mit nach Vinnhorst nehmen. Dafür brauchen wir eine geschlossene Mannschaftsleistung, eine stabile Abwehr und vor allem die Überzeugung, auch in engen Phasen unser Spiel durchzuziehen.“
Zugleich richtet er den Blick über das Wochenende hinaus: „Wir haben vor der Saison bewusst ambitionierte Ziele formuliert – und an diesen Zielen hat sich nichts geändert. Jetzt geht es darum, unseren eigenen Anspruch auch Woche für Woche auf die Platte zu bringen. Wir wollen nicht abwarten, wohin uns diese Saison führt, sondern sie aktiv mitgestalten. Dafür müssen wir gerade nach Rückschlägen eine Reaktion zeigen. In Loxten wollen wir genau damit anfangen: mit Leidenschaft, Entschlossenheit und dem unbedingten Willen, dieses Spiel für Vinnhorst zu gewinnen.“
Anwurf um 19:00 Uhr in Versmold
Angepfiffen wird die Partie zwischen den Sportfreunden Loxten und dem TuS Vinnhorst am Samstag, 3. Oktober 2026, um 19:00 Uhr in der Versmolder Sparkassen-Arena. Tageskarten kosten 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Wer nicht mit nach Versmold reisen kann, kann die Partie auf SportEurope.TV im Livestream verfolgen.