Am Samstag bestreitet der TuS Vinnhorst sein zweites Heimspiel der Saison. Gegner im VinnDome ist der OHV Aurich, Anwurf ist um 19:00 Uhr.
Der TuS steht nach drei Spieltagen bei 4:2 Punkten, die Auricher warten als Tabellenletzter noch auf den ersten Zähler.
Auf zwei Siege zum Auftakt folgte für den TuS Vinnhorst am vergangenen Samstag eine bittere Niederlage. Beim TSV Anderten unterlag die Mannschaft von Lars Lehnhoff und Torge Johannsen mit 34:41, nachdem sie zur Halbzeit noch mit 17:15 geführt hatte. Zuvor hatte der TuS die Ahlener SG mit 38:28 bezwungen und sich bei der ESG Gensungen/Felsberg mit 38:33 durchgesetzt.
Gegen Aurich stehen damit zwei Ziele nebeneinander. Die Mannschaft will die Niederlage aus dem Stadtderby korrigieren und zugleich den Kontakt zur Tabellenspitze halten. Beides erfordert eine konzentrierte Leistung über die gesamte Spielzeit.
Niederlage abgehakt
Co-Trainer Torge Johannsen hat die Niederlage gegen Anderten abgehakt und blickt positiv auf das Spiel gegen Aurich: „Die Niederlage gegen Anderten liegt jetzt hinter uns. Der Fokus gilt nun voll und ganz Aurich. Da kommt eine Mannschaft auf uns zu, die einen Umbruch vollzogen und junge Spieler dazubekommen hat. Deswegen können sie nach den letzten drei Niederlagen sicherlich auch weiterhin frei aufspielen. Unser absoluter Fokus liegt auf den zwei Punkten: Wir wollen gut in das Spiel starten – so wie wir es auch schon in den letzten Partien gezeigt haben – und mit einer starken Abwehrarbeit die Punkte in Vinnhorst behalten.“
Aurich mit Neuaufbau nach der Insolvenz
Der OHV Aurich befindet sich in einer der schwierigsten Phasen seiner Vereinsgeschichte. Am 29. April 2026 meldete die Ostfriesland Handball Sportmarketing GmbH als wirtschaftlicher Träger des Drittliga-Spielbetriebs beim Amtsgericht Aurich Insolvenz an. Es war nach 2009 die zweite Insolvenz des Trägers. Der Spielbetrieb wird seither über eine neue Trägergesellschaft abgewickelt.
Die sportlichen Konsequenzen waren weitreichend. Trainer Sven Suton verließ den Verein und arbeitet inzwischen als Co-Trainer bei den Füchsen Berlin II. Seine Nachfolge trat Kevin Wendlandt an, der dafür mit 36 Jahren seine aktive Laufbahn beendete. Zum Trainerteam gehören zudem Eric Hettmann und Wilke de Buhr, der seine Karriere ebenfalls beendete. Die Saisonvorbereitung konnte erst am 6. Juli beginnen und damit erheblich später als bei den Ligakonkurrenten. Ein Testspiel gegen interaktiv Handball Düsseldorf/Ratingen ging mit 28:37 verloren.
OHV-Kader in weiten Teilen neu besetzt
Aus dem Aufgebot der vergangenen Saison sind lediglich drei Spieler geblieben, darunter Torhüter Marten Jungvogel und Hannes Janssen. Zu den namentlich bekannten Abgängen zählen Axel Rämhed, der zum Stralsunder HV wechselte, und René Mihaljevic, der sich dem MTV Braunschweig anschloss.
Den neuen Kader hat Kevin Wendlandt überwiegend aus Rückkehrern und Spielern des eigenen Umfelds gebildet. Kreisläufer Eric Dannehl rückte mit 22 Jahren aus der zweiten Herrenmannschaft auf, ebenfalls zurückgekehrt ist Lukas Meinke. Der 21-jährige Lucas Drees durchlief die Auricher Jugend, kam über den Wilhelmshavener HV zu seinem Drittliga-Debüt und kehrte nach einer beruflich bedingten Zeit in Heidelberg nach Ostfriesland zurück. Auf Rechtsaußen steht mit dem 19-jährigen Linkshänder Wilko Metzler ein Spieler erstmals im Herrenbereich, hinzu kam Christian Theede.
Die beiden erfahrensten Verpflichtungen kamen von außerhalb. Evgeny Vorontsov spielt nach einem Jahr bei der HSG Varel wieder für den OHV; der Linkshänder ist auf Rechtsaußen und im mittleren Rückraum einsetzbar. Vukasin Popovic wechselte als 29-Jähriger nach Aurich, nachdem er zwei Jahre für den Regionalligisten TSV 1846 Lohr am Main überwiegend am Kreis gespielt hatte und zuvor zwei Jahre bei einem serbischen Erstligisten unter Vertrag stand. Für die Torhüterposition wurde darüber hinaus Edgars Kuksa reaktiviert, der früher für den VfL Fredenbeck spielte.
Saisonverlauf: Drei Niederlagen mit unterschiedlichem Verlauf
Der Saisonauftakt geriet deutlich. Gegen den VfL Fredenbeck unterlag der OHV vor eigenem Publikum mit 22:34, zur Pause lag die Mannschaft bereits mit 6:19 zurück. Die zweite Halbzeit gewannen die Auricher allerdings mit 16:15, was auf eine spürbare Steigerung nach schwierigem Beginn hindeutet.
Aufschlussreicher verlief der zweite Spieltag. Bei der Ahlener SG führte der OHV mit 14:10, ehe ein 0:5-Lauf die Partie drehte und Ahlen mit 34:31 gewann. Kevin Wendlandt bewertete diese Niederlage trotz des Ergebnisses als Fortschritt. Am vergangenen Wochenende folgte beim VfL Eintracht Hagen II eine 25:40-Niederlage.
Die Schlüsselspieler beim kommenden Gegner
Der Auricher Kader ist jung und auf Drittliga-Ebene in weiten Teilen unerfahren. Die Leistung der Mannschaft hängt daher spürbar an den wenigen Spielern mit entsprechender Routine. Evgeny Vorontsov nimmt dabei die wichtigste Rolle ein. Der Verein hat seine Rückholung ausdrücklich mit der Erfahrung begründet, die der jungen Mannschaft fehlt. Vorontsov ist wurfstark, auf mehreren Positionen einsetzbar und derjenige, der in engen Spielphasen Verantwortung übernimmt.
Am Kreis ist Vukasin Popovic der körperlich präsenteste Auricher und sowohl im Angriff als auch im Innenblock der Abwehr ein Bezugspunkt. Auf der Torhüterposition stehen mit Marten Jungvogel und Edgars Kuksa zwei Schlussmänner zur Verfügung, die den Verlauf einer Partie mit einer guten Serie beeinflussen können.
Worauf es ankommt
Die bisherigen Auftritte des OHV lassen ein Muster erkennen. Gerät die Mannschaft früh deutlich in Rückstand, fehlen ihr die Mittel, die Partie zurückzuholen. Kommt sie dagegen zu Selbstvertrauen, wie beim 14:10 in Ahlen, wird sie unangenehm und hält lange mit. Der TuS Vinnhorst ist deshalb gefordert, das Spiel von Beginn an über eine konsequente Abwehr zu kontrollieren und Ballverluste zu vermeiden, aus denen Aurich über den Tempogegenstoß zu einfachen Toren kommt.
Hinzu kommt die Erfahrung des vergangenen Spieltags. Sowohl in Ahlen als auch in Anderten wurden die Partien in kurzen, klar eingrenzbaren Abschnitten entschieden. Ein Lauf von wenigen Minuten genügt in dieser Liga, um ein Spiel zu kippen. Gefordert sind daher Geduld im Positionsangriff und klare Lösungen in den Phasen, in denen der Gegner Druck aufbaut.
Der Tabellenstand ist dabei kein verlässlicher Maßstab. In der vergangenen Saison gewann der TuS das Duell mit dem OHV noch mit 45:24, doch von jener Auricher Mannschaft ist personell kaum etwas geblieben.
Wollen am Samstag zeigen, dass das Derby nur ein Ausrutscher war
Fynn Hermeling sagt vor der Partie: „Nach einer intensiven Trainingswoche wollen wir am Samstag zeigen, dass das Derby nur ein Ausrutscher war und wir wissen, was wir zu tun haben! Aurich ist nach der Insolvenz mit einer völlig neuen Mannschaft in die Saison gestartet. Viele erfahrene Spieler haben den Verein verlassen und wurden durch junge Spieler ersetzt. Deshalb ist es nicht überraschend, dass der OHV mit drei Niederlagen einen schwierigen Saisonstart erwischt hat. Ich hoffe am Samstag auf einen lauten VinnDome und bin mir sicher, dass wir als Verein gemeinsam die richtige Reaktion zeigen werden!“
Tickets & Livestream
Anwurf im VinnDome ist am Samstag, 19. September 2026, um 19:00 Uhr. Der Einlass erfolgt 60 Minuten vor Spielbeginn. Tickets sind über unseren Ticketshop und an der Kasse im VinnDome erhältlich, die Partie wird zudem auf SportEurope.TV im Livestream übertragen.