Für den TuS Vinnhorst steht am Samstag die erste Auswärtspartie der Saison an. Gegner ist die ESG Gensungen/Felsberg, Anwurf ist um 19:30 Uhr. Beide Mannschaften sind mit einem Sieg in die Spielzeit gestartet.

Ausgangslage: 38:28 zum Saisonauftakt

Der TuS Vinnhorst hat den Auftakt gegen die Ahlener SG mit 38:28 gewonnen. Die Grundlage bildete eine konsequente Abwehrarbeit, aus der die Mannschaft von Lars Lehnhoff und Torge Johannsen ihr Umschaltspiel entwickelte und über weite Strecken eine hohe Abschlussquote erreichte. Zusammen mit dem Auftritt im DHB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. VfL Potsdam liegen damit zwei belastbare Leistungen vor.

Die Aufgabe am Samstag hat einen anderen Charakter. Sie führt zu einem Aufsteiger, der seinerseits gewonnen hat, und in eine Halle, in der die ESG in der vergangenen Saison kein Spiel verloren hat.

Torge Johannsen ordnet die Ausgangslage so ein: „Wir befinden uns noch im Start der Saison, und gegen Ahlen konnten wir mit einem guten Heimspiel bereits einen Teil davon ableisten. Wir sind gut gestartet, und das mit einer guten Einstellung – das ist wichtig. Jetzt geht es weiter zum ersten Auswärtsspiel gegen einen guten Aufsteiger, der bereits gezeigt hat, dass er auswärts bestehen kann, und der seine ersten zwei Punkte eingefahren hat. Das wird die Mannschaft sicherlich beflügeln. Für sie geht es nun in ihr erstes Heimspiel, in dem sie alles auf die Beine stellen wird – sowohl über die eigene Einstellung als auch über die Zuschauer –, um Druck in die Halle zu bringen und es für uns unangenehm zu gestalten. Das wissen wir, darauf bereiten wir uns vor. Und es bleibt dabei, den guten Start auszubauen.“

ESG Gensungen/Felsberg: Aufstieg nach nur einer Saisonniederlage

Die ESG Gensungen/Felsberg ist als Meister der Regionalliga Hessen aufgestiegen. In der gesamten Spielzeit verlor die Mannschaft lediglich eine Partie, ein 28:31 gegen den GSV Eintracht Baunatal, und blieb in der Kreissporthalle Gensungen ungeschlagen.

Auf der Trainerposition gab es im Sommer einen Wechsel. Fynn Welch, der die Mannschaft drei Jahre lang betreute und zum Aufstieg führte, verließ den Verein zum Saisonende. Nachfolger ist der 29-jährige Heinrich Wachs, der nach einem Jahr Abwesenheit zur Saison 2026/2027 zurückkehrte und im Trainerteam mit Weiss und Birk arbeitet. Neben dem Feld hat die ESG mit Dr. Philip Julius einen Drittliga-Kenner in die sportliche Führung geholt. Julius war zuvor mehrere Jahre Sportlicher Leiter der MT Melsungen II, die er von der Landesliga bis in die 3. Liga begleitete.

Vier Zugänge, Kern des Kaders gehalten

Die ESG hat ihre Leistungsträger frühzeitig gebunden, ehe der Aufstieg feststand. Jannis Kothe, Max Lippold, Jona Gruber, Vince Schmidt, Julian Damm und Denny Bikic verlängerten ebenso wie das Torhüter-Duo Voß und Kowalski.

Hinzu kamen vier Neuzugänge. Kreisläufer Magnus Rulff wechselte vom Regionalliga-Konkurrenten MSG Körle/Guxhagen nach Gensungen; er durchlief die Jugend der MT Melsungen und sammelte mit Eintracht Baunatal Drittliga-Erfahrung. Frigyes Perjesi rückte aus der eigenen A-Jugend in den Herrenbereich auf. Rechtsaußen Fynn-Nicolai Saam kam mit 23 Jahren vom TV Petterweil, zuvor war der Linkshänder bei der TSG Münster und der TSG Oberursel aktiv. Auf der Torhüterposition verpflichtete die ESG Moritz Goldmann vom GSV Eintracht Baunatal. Als sportlich relevanter Abgang ist Kreisläufer Luke Unzeitig zu nennen.

Das Saisonziel hat der Verein öffentlich formuliert: der Klassenerhalt in der 3. Liga als Grundlage, um sich langfristig in der Spielklasse zu etablieren.

Zwölf Wochen Vorbereitung und ein deutlicher Gradmesser

Die ESG stieg am 11. Juni in die Vorbereitung ein und absolvierte insgesamt zwölf Wochen mit mehreren Testspielen. Den Auftakt bildete am 3. Juli ein 39:22 gegen den GSV Eintracht Baunatal vor rund 200 Zuschauern in der Kreissporthalle – gegen jenen Gegner, gegen den die Mannschaft in der Aufstiegssaison ihre einzige Niederlage kassiert hatte.

Aufschlussreicher war die zweite Standortbestimmung. Beim Drittliga-Konkurrenten TSG A-H Bielefeld unterlag die ESG am 11. Juli mit 32:43. Der Verein stellte anschließend selbst fest, dass das Tempo in der 3. Liga ein anderes ist als in der Regionalliga, und richtete den Fokus der zweiten Vorbereitungsphase ab dem 27. Juli darauf aus. Zum Ligastart standen Heinrich Wachs alle Spieler zur Verfügung.

Der Auftaktsieg: 31:28 beim MTV Großenheidorn

Im Aufsteigerduell beim MTV Großenheidorn gewann die ESG am vergangenen Samstag mit 31:28. Der Spielverlauf fiel dabei klarer aus als das Endergebnis. Die Gastgeber führten zunächst mit 6:3, ehe die ESG ihre 6:0-Deckung nachjustierte. Von diesem Zeitpunkt an unterband sie den gegnerischen Spielfluss früh, erzwang Ballgewinne und setzte daraus ihr Tempospiel um.

Nach dem Ausgleich zum 8:8 übernahm die ESG die Führung und zog mit zwei 4:0-Läufen auf 12:9 und 17:11 davon, phasenweise in Unterzahl. Zur Pause stand es 18:12. In der zweiten Halbzeit verwaltete die Mannschaft den Vorsprung, unterband die Aufholversuche des MTV auch gegen den siebten Feldspieler und führte drei Minuten vor Schluss mit 31:25.

Kapitän Jannis Kothe als Schlüsselspieler

Der Taktgeber der ESG ist Kapitän Jannis Kothe. Der 31-jährige Linkshänder agiert im rechten Rückraum und hat mit dem Aufstieg in die 3. Liga den vierten Aufstieg seiner Laufbahn erreicht. In Großenheidorn traf er fünfmal und setzte zugleich seine Nebenleute in Szene.

Torgefährlichster Spieler war Kreisläufer Julian Damm mit sechs Treffern, der von den Anspielen von Max Bieber profitierte. Vom Siebenmeterpunkt traf Hannes Garde fünfmal bei fünf Versuchen. Im Innenblock der Abwehr überzeugte Franco Rossel mit einer zweikampfstarken Vorstellung, die die Basis für das Umschaltspiel legte.

Worauf es ankommt

Drei Punkte prägen die Aufgabe. Erstens die Umschaltgeschwindigkeit der ESG: Sobald ihre Deckung zugreift, kommt die Mannschaft über den Tempogegenstoß zu einfachen Toren. Ein geordneter Rückzug und die Vermeidung technischer Fehler im Positionsangriff sind entsprechend zentral.

Zweitens die Anpassungsfähigkeit: Die ESG hat ihre Abwehrformation bereits während des Auftaktspiels erfolgreich verändert. Darauf muss der TuS Vinnhorst vorbereitet sein und über mehr als eine Angriffsvariante verfügen.

Drittens das Umfeld: Bereits in Wunstorf sorgten rund 100 mitgereiste Anhänger für eine Kulisse zugunsten der ESG. In der Kreissporthalle Gensungen, in der die Mannschaft in der Aufstiegssaison kein Spiel verlor, fällt dieser Faktor deutlich stärker ins Gewicht.

Die Rollenverteilung ist klar: Als Tabellendritter der vergangenen Saison geht der TuS Vinnhorst als Favorit in die Partie. Die ESG kann ohne Erwartungsdruck und mit dem Rückenwind des Auftaktsiegs auftreten.

Kreisläufer Joshua Thiele sagt vor der Partie: „Wir wollen den Schwung und die gute Energie aus dem ersten Heimsieg mitnehmen. Das Spiel am Wochenende wird keine einfache Aufgabe. Wir wissen um die Qualitäten unseres Gegners und besonders um die hitzige Atmosphäre in der Halle. Wir gehen mit einem guten Gefühl in das Spiel, und wenn wir von Anfang an bereit sind, werden wir die zwei Punkte mit nach Hause nehmen.“

Anwurf in der Kreissporthalle Gensungen ist am Samstag, 5. September 2026, um 19:30 Uhr. Die Partie wird auf SportEurope.TV im Livestream übertragen. Wer die Mannschaft von Trainer Lars Lehnhoff in Hessen unterstützen möchte, sollte sich sein Ticket im Vorverkauf online sichern.